Spuren der Ostgoten entdeckt

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In der Umgebung von Miren (Nova Gorica) hielten sich anscheinend im 6. Jahrhundert Ostgoten auf. Archäologen des Zentrums für präventive Archäologie des Amtes zum Schutz von Kulturerbe (ZVKD) Sloweniens haben nämlich bei Ausgrabungen in der Nähe des Flusses Vipava in Miren sieben Gräber und Ausstattung des Volkes entdeckt, das im römischen Militär als Söldner tätig war.

Von den Ostgoten auf slowenischem Gebiet gibt es nur wenige Zeugnisse, weswegen die neueste Entdeckung umso wertvoller sind. „Entdeckt haben wir 7 Gräber, die wir dem 6. Jahrhundert zuordnen. Die erhaltenen Teile von Messern, Nadeln und Gürtelgarnituren sind charakteristisch für die Ausstattung von Ostgoten.

Bislang kennt man ähnliche Gräber aus Kranj und aus Dravlje. In Primorje konnten erstmalig solche Gräber untersucht werden“, sagte die Archäologin, die eine der Ausgrabungsleiterin ist. Die meisten Gräber waren unbeschädigt und die Skelette sehr gut erhalten. Selbiges gilt für die gefundenen Gegenstände, zu denen auch 2 gotische Fibeln, silbernadeln für den Gürtel sowie Bernstein- und Glasperlen gehören. Außerdem wurden mehrere Eisengegenstände, Messer und Gürtelverschlüsse gefunden.

Am 28. August 489 überschritten ostgotische Truppen unter Gotenkönig Theoderich dem Großen die Soca (Isonzo) und fügten Odoaker eine schwere Niederlage bei. Während der dreijährigen Auseinandersetzung der beiden Herrscher (490–493) blieb der slowenische Raum sich selbst überlassen. Erst unter der Herrschaft Theoderichs des Großen wurde er wieder mit Italien vereint.

In den Auseinandersetzungen zwischen Theoderich dem Großen und dem Byzantinischen Reich war das Gebiet des heutigen Sloweniens, das er von Odoaker geerbt hatte, immer wieder Aufmarschgebiet konkurrierender Heere. Erst 510 schlossen die beiden Gegner Frieden. Das noch immer existierende Binnen-Norikum hatte unter Theoderich die Aufgabe, Italien gegen Pannonien hin zu schützen.

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