(Update) Bürgermeister Ljubljanas kandidiert, aber mit Einschränkung

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Der derzeitige Bürgermeister Ljubljanas verkündete heute am frühen Nachmittag auf dem Kongressplatz vor ca. 400 ausgewählten Leuten, dass er sich bei den vorgezogenen Neuwahlen aktiv einbringen wird. Seine Partei wird seinen Namen tragen und „Partei Zoran Jankovics“ heißen. Ein Parteiprogramm existiert noch nicht, ist nach eigenen Angaben jedoch bereits in Arbeit. Jankovic hatte sich zuvor die Unterstützung diverser angesehener Menschen zusichern lassen. Dabei handelte es sich u.a. um Milan Kucan (ehem. Staatspräsident), France Bucar (Widerstandskämpfer im 2.WK und ehem. Parlamentsabgeordneter), Janez Stanovnik (Widerstandskämpfer im 2.WK und ehem. Staatsratsvorsitzender Sloweniens), Svetlana Makarovic (slow. Dichterin und Schauspielerin), Iztok Cop (slow. Ruderer), Branko Djuric – Ðuro (bekannter bosnischer Regisseur, u.a. „Kajmak in marmelada“).

Trotz der angekündigten Parteigründung und dessen Parteinamen, behält sich Jankovic noch vor an den Wahlen selber nicht teilzunehmen. Nach seinen Aussagen gäbe es 2 Möglichkeiten. Entweder lässt er sich nach einer möglichen gewonnen Wahl als Regierungspräsident durch die Abgeordneten vorschlagen oder er lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt als Spitzenkandidat auf die Parteiliste setzen. Die Entscheidung dazu will er am 9. November verkünden. Es ist davon auszugehen, dass sich Jankovic dabei von den Umfragewerten wird beeinflussen lassen bei seiner Entscheidung. Selber sagt Jankovic von sich, dass er niemand für die zweite Reihe sei und damit kommt für ihn nur der Posten des Ministerpräsidenten in Frage.

Seine Partei sieht er als pragmatische Partei, die das Wertesystem in Slowenien verändern will. Dabei bezieht er sich darauf sowohl die Anzahl der Ministerposten zu reduzieren als auch die Zahl der Beamten in allen Landesbehörden. Und er scheut sich auch nicht bereits jetzt anzukündigen auch das Rentensystem reformieren zu wollen. Bei allen Entscheidungen sollen immer das Wohl Sloweniens und dessen Einwohner im Vordergrund stehen. Ob das nur eine populistische Aussage ist, die zu Zeiten großer wirtschaftlicher Sorgen im Volk immer gut ankommt, wird sich leider erst zu einem viel späteren Zeitpunkt feststellen lassen. Jankovic könnte das Potential haben ein Linksbündnis anzuführen, das auch unpopuläre Maßnahmen umsetzen kann, auch gegen den Widerstand einzelner Interessengruppen, was Pahor nicht mehr gelungen war.

Zoran Jankovics Vater ist serbischer Herkunft und dessen Mutter slowenischer. Während er seine Kindheit in Serbien verbrachte, machte er das Abitur nach dem Umzug der Familie nach Slowenien in Ljubljana. Dort studierte er Ökonomie und schloss es mit Diplom ab. Einen Namen machte sich Jankovic mit der erfolgreichen Neuausrichtung des größten slowenischen Einzelhandelsunternehmens Mercator, was ihm 2002 auch den Titel Manager des Jahres einbrachte. Zuvor und während dieser Zeit war er außerdem Vizepräsident des Basketballvereins Union Olimpija und Präsident des Handballvereins Krim sowie Präsident des slowenischen Handballverbandes. Seit 2006 ist Jankovic Bürgermeister Ljubljanas und kann sich großer Unterstützung durch dessen Bevölkerung erfreuen. Manche behaupten, dass er in Ljubljana in der kurzen Zeit mehr erreicht hat als alle seine Vorgänger zusammen.

Update: Nach neuesten Meldungen wird die Partei „Positives Slowenien – Liste Zoran Jankovics“ heißen.

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