Der Fortschritt Sloweniens seit der Unabhängigkeit

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Slowenien ist heute 20 Jahre jung geworden. Der Staatsapparat hat sich entwickelt, aber auch die Infrastruktur und die Wirtschaft. Zeit einen Blick zurück zu werfen.

Ein eigener Staat braucht natürlich auch eigene Staatsbedienstete und so verwundert es nicht, dass sich die Zahl der Bediensteten drastisch erhöht hat. Sicher ist jedoch, dabei wurde deutlich über das Ziel hinaus geschossen. Was sind die Gründe für ein so starkes Wachstum? Im Wesentlichen hat sich der Staatsapparat durch die Erstellung einer eigenen Gesetzgebung und internationaler Verpflichtungen erhöht.

Das slowenische Parlament (Državni Zbor) hat in den 20 Jahren mindestens 2.870 Gesetze, Verordnungen und andere Regelungen verabschiedet. Davon entfielen 575 auf den Zeitraum 1992 – 1996. In der darauffolgenden Legislaturperiode und von 2004 – 2008 brachten sie es dann noch auf jeweils 633 Gesetze und Verordnungen. Die meisten Aktivitäten erfolgten aber im Zeitraum 2000 – 2004. Da wurden, auch wegen dem angestrebten Beitritt zur EU, 4 Verfassungsartikel, 169 weitere Gesetze, 303 Gesetzesnovellen und 243 Ratifikationen verabschiedet oder beschlossen. Dieser Regelwahn scheint inzwischen abzuflauen, denn seit 2008, der aktuellen Legislaturperiode, wurden nur noch 350 Gesetze und andere Verfahren vom Parlament verabschiedet oder beschlossen.

Alleine dafür, aber natürlich auch für die vielen weiteren staatlichen Aufgaben, sind Unmengen an Personal notwendig, um es in einem überschaubaren Zeitraum zu schaffen. Wenn man die Zahlen vergleicht, wird es deutlich. Am 1. Januar 1991 waren in der Staatsverwaltung 9.773 Personen beschäftigt. Bereits 4 Jahre später brachte es Slowenien auf 26.029 öffentlich Bedienstete. Dieses Wachstum in der staatlichen Verwaltung ging später natürlich nicht mehr so weiter und so kommt Slowenien 20 Jahre später auf 33.817 Angestellte in der Staatsverwaltung.

Betrachtet man den erweiterten Staatsapparat für den öffentlichen Dienst, so erfolgte dort das stärkste Personalwachstum von 1999 bis 2005. Begründet wird dies mit den erweiterten nationalen und internationalen Aufgaben Sloweniens wie z.B. nach dem Nato Bündnisbeitritt, das die Erhöhung der Soldaten und Angestellten in dem Bereich erforderte. Aber auch der Polizeiapparat bekam durch internationale Verträge mehr Aufgaben. Insgesamt bringt es Slowenien – wenn man alle Angestellten und Arbeiter betrachtet, die entweder direkt vom Staat bezahlt werden oder von einem staatlich finanzierten Unternehmen – auf 158.995 öffentlich Angestellte.

Dieses Personal ist natürlich auch zur Schaffung und des Erhalts der Infrastruktur notwendig. Bis 1991 existierten in Slowenien sage und schreibe 139,3 km 4 spurige Autobahnen und 59,1 km 2 spurige Autobahnen. Heute obliegen der Dars (slow. Autobahngesellschaft) 606 km Autobahnen und Schnellstraßen und 163 km Anschlussstraßen. Hinzu kommen noch 27 km Parkplätze und Rastanlagen. Aber auch die Zahl der in Slowenien zugelassenen Fahrzeuge hat sich drastisch erhöht. Während 1991 603.000 PKWs in Slowenien registriert waren, sind es Ende 2009 bereits 1.059.000 PKWs oder 76% mehr. 1946 waren es übrigens 1.962.

Gerade dem Euro wird oft und gerne eine inflationäre Wirkung unterstellt. Darum macht es Sinn einmal einen Blick auf die Benzinpreise zu werfen für einen Liter Super Benzin. Am 14. November 1991 kostete das Benzin an einer Petrol Tankstelle exakt 36,10 Tolar oder ca. 0,15 €. Ende Mai kostete ein Liter Super dagegen 1,278 €. Wenn man aber vergleicht wieviel Liter Benzin sich ein Slowene mit einem Durchschnittslohn 1991 leisten konnte und wieviel heute, relativiert es sich. 1991 konnte sich ein Slowene mit einem Durchschnittslohn 286 Liter leisten, während er sich heute 772 Liter dafür kaufen kann. Zu berücksichtigen ist dabei jedoch, dass die Lohnschere in Slowenien seitdem weit auseinander gegangen ist und es deshalb sicher mehr Menschen als damals gibt, die sich den Durchschnittswert an Benzin nicht leisten kann.

Summa summarum hat Slowenien in den vergangenen 20 Jahren eine herausragende Leistung gezeigt und jeder Slowene kann zu Recht stolz auf das sein, das auch er/sie erreicht hat. Derzeit überwiegen gerade in den Medien die Zukunftsängste, aber im Vergleich zum Kampf für die Unabhängigkeit bis hin zur Euro-Einführung, sollte der derzeitige Gegenwind nur ein laues Lüftlein sein.

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