Arbeiten im Massengrab Huda Jama vorerst beendet

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Die Arbeiten im Bergwerk Huda Jama (schlimme Grube) sind vorerst abgeschlossen. Aus dem Bergwerk wurden zusammen mit dem forensischen Institut die sterblichen Überreste von ungefähr 750 Personen geborgen. Die Opfer sollen zumeist slowenische Domobranen (Heimatwehrmänner) sein, aber auch kroatische Domobranen und Ustašas. Ein paar tausend weitere Überreste, die noch im Barbara-rov (Barbarenstollen) liegen sollen, sollen dort auf bessere Zeiten warten, denn im Haushalt stehen dafür keine Mittel mehr zur Verfügung. Skandal oder einfach nur rational?

August 2008 begann die Kommission zur Klärung versteckter Gräber das Bergwerk Huda Jama zu überprüfen, weil schon länger das Gerücht bestand, dass dort die Überreste von nach dem 2. Weltkrieg ermordeten Kriegsgefangenen zu finden sind, die damals aus Rache dort hineingeführt und ermordet wurden. Doch erst im März 2009 gelang es ihnen den Stollen zu erreichen. Man stieß dann auch so gleich auf 200 bis 300 Erwachsenenüberreste.

Laut dem Arbeitsministerium wurden für die bisherigen Arbeiten etwas mehr als 558.000 € ausgegeben. Zur Fortsetzung der Arbeiten würden weitere 250.000€ für die Sicherung des Bergwerkes benötigt, zwischen 700.000 und 850.000€ zur Räumung eines weiteren Schachts, einige 10.000 € für die Bergung und Aufbewahrung der Überreste sowie einige Millionen Euro für die Analysen in der Gerichtsmedizin. Diese Mittel stehen aber weder dem Ministerium zur Verfügung noch sind überhaupt im Haushalt größere Mittel auffindbar.

Nun muss man sich die Frage stellen, kommt es auf ein paar Jahre mehr oder weniger auch nicht mehr an, oder sollten dafür zusätzliche Mittel beschafft werden, damit die Nachkriegsgeschichte möglichst schnell abgeschlossen werden kann? Die Partizanen bestanden aus Soldaten aller Völker des ehemaligen Jugoslawiens, doch vor allem in Slowenien und Kroatien sind die Gräber zu finden, denn erst dort konnten die flüchtenden Feinde gestellt werden. Ist es also nicht eine Frage aller Staaten des ehemaligen Jugoslawiens diese Aufarbeitung voranzutreiben und zu bezahlen? Oder sollte das Slowenien wirklich alleine Stemmen müssen?

Meiner Meinung nach ist das die Geschichte Jugoslawiens und auch wenn die Opfer diesmal anscheinend hauptsächlich slowenische Domobranen sind, so sind die Täter sicher nicht nur Slowenen gewesen. Es spräche also nichts gegen eine Initiative zur Schaffung eines Fonds zur geschichtlichen Aufarbeitung, der von allen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens gefüllt wird, um unabhängig vom Ort des Geschehens eine Aufarbeitung zu ermöglichen. Leider ist nicht bekannt, ob es diesbezüglich bereits Initiativen gab oder auch nur ansatzweise die Regierung an sowas denkt.

Dabei wäre ebenso zu hinterfragen, ob nicht auch Deutschland als Verursacher der Kriegshandlungen in die Pflicht zu nehmen sei? Ich höre schon den Aufschrei, nicht schon wieder jemand, der Deutschland für den 2.WK heute noch zahlen lassen möchte. Fakt ist aber, Deutschland hat Slowenien besetzt und Deutschland hat die Domobranen (Heimatwehr) gegründet, finanziert und ausgestattet. Allerdings kann man sich dann darüber streiten, was Deutschland dafür kann, dass sich die Partizanen an ihren Landsmännern gerächt haben. Dies halte ich für eine Frage der Moral und die kann nur jeder für sich entscheiden.

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