Wenn sich jemand die Lebensarbeitszeit selbst vorgeben kann

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Eine Reform, die niemand gerne hat und weswegen, wenn möglich, das Volk darüber auch nicht abstimmen darf. Seien es 67 Jahre in Zukunft in Deutschland oder 65 Jahre in Slowenien. In Slowenien sind die politischen Verhältnisse jedoch völlig anders. Neben einem Referendumsgesetz, das es ermöglicht nahezu alles in Frage zu stellen, sitzt derzeit eine Regierung im Parlament, die den Namen nicht verdient. Vermutlich handelt es sich um die Regierung mit dem am stärksten wackelnden Stuhl aller europäischer Staaten.

Doch worüber soll eigentlich abgestimmt werden? Das Gesetz sieht eine Anhebung des Rentenalters auf 65 vor, unabhängig vom Geschlecht. Einzige Voraussetzung ist, dass mindestens 15 Jahre eingezahlt wurden. Aber natürlich geht das Gesetz noch auf deutlich mehr mögliche Umstände ein. Es ist demnach ebenso möglich mit mindestens 60 zum Rentner zu werden für Männer, wenn diese mindestens 43 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Bei Frauen sind es lediglich 41 Jahre, die eingezahlt werden müssen und auch das Mindestalter beträgt nur 58.

Frühzeitig und mit Abschlägen sollen sowohl Männer als auch Frauen mit 60 in Rente gehen können, wenn ein Mann 40 Jahre eingezahlt hat bzw. die Frau 38 Jahre die Rentenkasse gefüllt hat. Gleichzeitig werden Anreize gesetzt über die Pflichtzeit hinaus zu arbeiten durch Erhöhung der Rente. Auf keinen Fall soll jemand allerdings nach dem zukünftigen System mehr als 20% schlechter gestellt werden können als es im Vergleich zum derzeitigen System wäre.

Die Berechnung zur Höhe des Rentengeldes soll sich ebenso ändern. Während sich die derzeitige Rente aus den 18 Jahren berechnet, in denen am meisten eingezahlt wurde, soll dieser Berechnungszeitraum nun auf 30 Jahre erhöht werden und von diesen 30 Jahren können nochmals die 3 Jahre mit dem geringsten Verdienst ausgesondert werden, wodurch sich im Regelfall die Rente aus dem Durchschnitt von 27 Jahren berechnet.

Nach allen diesen vorgeschlagenen Änderungen kann man bereits ahnen, wie es um die Regierungskoalition steht, wenn es sich bei einer der Regierungsparteien um die Rentnerpartei handelt. Durch die Zustimmung einer Oppositionspartei zu diesem Thema kam es dennoch zur Verabschiedung im Parlament.

Darum wird am Superreferendumstag, dem 05.06.2011, neben 2 anderen Themen auch darüber abgestimmt. Um die Entscheidung des Volkes zu diesem Thema vorherzusehen, braucht es weder eine Glaskugel noch Tarot Karten. Es braucht nur gesunden Menschenverstand. Ein Volk soll sich selber mehr Arbeitsjahre erteilen, während eine Koalition regiert, die kaum mehr Zustimmung in den Umfragen erhält, als Ströbele beim CSU Parteitag?

Bislang hat es Ministerpräsident Borut Pahor ausgeschlossen zurückzutreten. Auch bei einer Niederlage auf ganzer Linie am Superreferendumstag schloss er bereits einen Rücktritt aus. Gospod Pahor, lepo vam prosim, odstopate. Za Slovenijo!

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