2. Januar kein gesetzlicher Feiertag mehr

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In den allermeisten anderen Ländern ist es gang und gäbe am 2. Januar wieder in die Arbeit zu gehen, sofern kein Urlaub genommen wurde oder Betriebsferien die Entscheidung abnehmen. In Slowenien war das bislang anders. So war bereits im vergangenen Jahr klar, der 2. Januar wird zukünftig kein Feiertag mehr sein. Wirtschaftlich hat das durchaus Auswirkungen. Es wird davon ausgegangen, jeder Tag mehr oder weniger Arbeit verändert das BIP um 0,1% nach oben oder nach unten.

Auf Grund der Wirtschaftskrise, von der Slowenien insbesondere im Bauwesen und in der Folge auch bei den Banken hart getroffen wurde, lag es nahe sich jeglichen Luxus‘ zu entsagen. Noch im Jahr 2007 konnte man es sich leisten 13 Feiertage zu begehen und bei einem BIP-Wachstum von 6,9% schaute niemand auf den Speckbauch, den man sich in vielen Bereichen leistete. Neben dem Wahlgang 2008 war vor allem die Selbstzufriedenheit ursächlich dafür, dass viel zu spät auf die Krise reagiert wurde. Auch danach dauerte es lange bis lieb gewordene Eigenheiten Sloweniens, wie die frühe Pensionierung, zur Diskussion standen und inzwischen verändert wurden oder noch verändert werden sollen. Über diese Pläne musste erst noch eine Regierung stolpern und Neuwahlen waren die Folge.

Alle getroffenen Maßnahmen kommen spät, sehr spät. Derzeit sieht es aber so aus, als ob sie gerade noch rechtzeitig kommen. Damit einhergehend ist man auch endlich bereit  sich von Staatsanteilen an Banken wie auch an anderen Unternehmen zu trennen. Endlich wird erkannt, der Staat ist für die Wirtschaft der schlechteste Arbeitgeber, weil er Beziehungsgeflechte und Ineffizienz kaum bekämpfen kann und manchmal möchte man glauben, gar nicht bekämpfen will. Wie knapp Slowenien vor der Klippe stand und wie wenig Abstand zur Klippe es auch momentan nur hat, lässt die Aussage des Finanzministers erahnen, dass in Brüssel bereits eine „slowenische Troika“ bestimmt war, die zur Ausarbeitung eines Restrukturierungsplans beauftragt werden sollte für den Fall, dass auch Slowenien unter den Rettungsschirm müsste.

Niemanden würde es verwundern, wenn in Brüssel bereits ein Rahmenplan für Slowenien bestehe. Allen Grund zum Pessimismus gäbe es, denn auch mit dem gestrichenen Feiertag wird von einem Rückgang des BIP von 1,4% im Jahr 2013 ausgegangen. Gleichzeitig geht der Finanzminister davon aus, dass 2014 wieder positive Zahlen geschrieben werden und sich die eingeleiteten Maßnahmen bemerkbar machen.

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